Messung und amtlichen Kontrolltermin getrennt vorbereiten

Legen Sie für die eigene Einstellung einen Messzettel an: Gerätebezeichnung, Düsensatz, Druck, aktive Arbeitsbreite, Fahrgang, Drehzahl und gemessene Geschwindigkeit. Für den Prüftermin sammeln Sie daneben den bisherigen Prüfbericht und die Geräteunterlagen. Die veröffentlichten Luxemburger Informationen unterscheiden Geräte für Feldkulturen und Raumkulturen; die zugehörige Checkliste für Feldspritzen ist separat verlinkt.

Aus der Trennung ergibt sich eine klare Arbeitsfolge: Zunächst erklären Sie den tatsächlichen Zustand des Geräts durch Messungen. Anschließend lassen sich beobachtete Abweichungen gezielt benennen, bevor ein Kontrolltermin vereinbart wird. Schreiben Sie etwa „linke Teilbreite mit abweichenden Einzelwerten“ statt „Spritze stimmt nicht“. Eine konkrete Beschreibung erleichtert die fachliche Zuordnung des Problems.

Verwenden Sie das österreichische Dokument hier als technische Anleitung. Seine Formeln beziehen sich auf messbare Größen; seine nationalen Vorschriften werden nicht als Luxemburger Pflichten ausgegeben. Die zuständige Behörde und der amtliche Kontrollweg ergeben sich ausschließlich aus den Luxemburger Quellen.

Was Sie zum Auslitern bereitlegen

Die technische Checkliste der Landwirtschaftskammer beschreibt die Ermittlung der Fahrgeschwindigkeit auf einer abgemessenen Strecke, die Druckeinstellung und die Messung mit einem Auffanggefäß. Das IVV nennt für seine Düsenprüfung Messbecher und Stoppuhr. Es lässt an jeder Düse eine Minute lang Wasser auffangen und die Ergebnisse mit der passenden Düsentabelle vergleichen.

  • Legen Sie Messbecher, Zeitmessung und eine deutlich beschriftete Wertetabelle bereit.
  • Suchen Sie die Tabelle für den tatsächlich montierten Düsentyp heraus.
  • Notieren Sie die Einstellungen vor der ersten Messung.
  • Nummerieren Sie die Düsenpositionen in einer festen Reihenfolge.
  • Halten Sie nach einer Änderung den neuen Zustand in einer eigenen Messreihe fest.

Die Nummerierung ist ein organisatorischer Vorschlag. Benutzen Sie beispielsweise eine Skizze mit linker und rechter Teilbreite, statt die Gefäße später allein anhand ihrer Reihenfolge zuzuordnen. Bei einer Wiederholungsmessung bleibt dann erkennbar, ob derselbe Düsenplatz geprüft wurde. Verwenden Sie die Betriebsanleitung des Geräts für dessen Bedienung und die vom Hersteller vorgesehene Einstellung.

Fahrgeschwindigkeit tatsächlich bestimmen

Das IVV beschreibt, eine abgemessene Strecke zu durchfahren, die Zeit in Sekunden zu stoppen sowie Gangabstufung und Motordrehzahl aufzuschreiben. Die österreichische Anleitung enthält dafür eine Tabelle zur Strecke von hundert Metern. So lässt sich eine angezeigte Geschwindigkeit mit einer unabhängig gemessenen Fahrzeit vergleichen.

Rechnerisch gilt Geschwindigkeit in km/h = Strecke in Metern × 3,6 ÷ Fahrzeit in Sekunden. Das ist eine Einheitenumrechnung, keine Empfehlung für eine bestimmte Geschwindigkeit. Übernehmen Sie die während des Messdurchgangs festgestellten Bedingungen in den Zettel. Wenn Sie den Gang oder die Drehzahl verändern, gehört dazu eine neue Geschwindigkeitsangabe.

Frei erfundenes Rechenbeispiel ohne Einstellempfehlung: Für eine abgemessene Strecke von 100 Metern werden 60 Sekunden angenommen. Daraus ergeben sich 100 × 3,6 ÷ 60 = 6 km/h. Der Beispielwert legt weder eine passende Fahrgeschwindigkeit für Ihren Schlag noch eine zulässige Anwendung fest.

Düsenausstoß auffangen und vergleichen

Für die eigentliche Ausliterung beschreibt die Landwirtschaftskammer das Auffangen unter der Düse während einer Minute und das Ablesen der Wassermenge. Das IVV ergänzt den Vergleich jeder einzelnen Düse mit der richtigen Herstellertabelle. Sind sämtliche Einzelwerte zu hoch oder zu niedrig, beschreibt es eine erneute Druckeinstellung und Wiederholungsmessung.

Halten Sie Sollwert und Messwert in getrennten Spalten fest. Eine dritte Spalte kann die beim jeweiligen Düsenplatz beobachtete Auffälligkeit aufnehmen. Schreiben Sie eine Nachmessung nicht über die erste Zahlenreihe. Sonst fehlt beim späteren Vergleich die Information, was vor der Einstellung abwich und welche Änderung durchgeführt wurde.

PositionDüsentypMessdauerAufgefangenes VolumenDruckBemerkung
Eigene PositionsnummerVollständige KennungTatsächlich gestoppte ZeitMesswert mit EinheitAbgelesener WertAusgangszustand oder Nachmessung

Bei einer Messdauer von einer Minute entspricht das aufgefangene Litermaß unmittelbar Litern pro Minute. Bei einer anderen Zeitspanne rechnen Sie Volumen × 60 ÷ Sekunden. Versehen Sie das Ergebnis ausdrücklich mit L/min. Ein Volumen ohne Zeitbezug ist noch kein Durchfluss.

Wasseraufwand der Feldspritze berechnen

Die Landwirtschaftskammer veröffentlicht für flächige Gestängeanwendungen die Gleichung Wasseraufwand = Düsenanzahl × Einzeldüsenausstoß × 600 ÷ (Arbeitsbreite × Fahrgeschwindigkeit). Dabei stehen Durchfluss in L/min, Breite in Metern und Geschwindigkeit in km/h. Bei einer Messreihe mit unterschiedlichen Einzelwerten kann der aufsummierte Gesamtausstoß an die Stelle von Düsenanzahl mal einheitlichem Ausstoß treten.

Vollständig erfundenes Rechenbeispiel: Eine gedachte Spritze hat 24 aktive Düsen mit jeweils 1,2 L/min, eine Arbeitsbreite von 12 Metern und eine Geschwindigkeit von 6 km/h. Der Gesamtausstoß beträgt 28,8 L/min. Daraus folgt 28,8 × 600 ÷ (12 × 6) = 240 L/ha. Diese Werte sind keine Empfehlung für Wasseraufwand, Druck, Düsenbestückung oder Behandlung.

Prüfen Sie die Klammern beim Taschenrechner: Die gesamte Breite mal Geschwindigkeit steht im Nenner. Eine Eingabe, die erst durch die Breite teilt und danach mit der Geschwindigkeit multipliziert, berechnet etwas anderes. Schreiben Sie das Zwischenergebnis „Breite × Geschwindigkeit“ aus, wenn die Bedienlogik Ihres Rechners unklar ist.

Mit dem ermittelten Flüssigkeitsaufwand geht es anschließend zu Spritzbrühe berechnen. Dort werden Fläche, Gesamtbedarf und letzte Teilfüllung zusammengeführt. Die Ausliterung liefert eine technische Eingangsgröße; den Produktaufwand bestimmen die für das konkrete Mittel und die Verwendung geltenden Bedingungen. Das Ministerium erklärt die Verbindlichkeit dieser Auflagen.

Abweichungen systematisch eingrenzen

Das IVV nennt bei starken Unterschieden zwischen Düsen die Prüfung auf verstopfte Düsen oder Filter; liegt keine Verstopfung vor, beschreibt es den Düsenersatz. Seine Anleitung sieht außerdem vor, den vom Hersteller empfohlenen Druckbereich zu berücksichtigen und bei ungeeigneter Kombination Düse, Fahrgeschwindigkeit oder Brühmenge anzupassen. Diese Aussagen stehen im Zusammenhang mit seiner Weinbau-Technikberatung.

Ordnen Sie den Fehler zunächst der Messung zu. Betrifft er einen einzelnen Düsenplatz, eine Teilbreite oder alle Messstellen? Wurde dieselbe Auffangzeit eingehalten? Passt die gewählte Tabellenspalte zum montierten Düsentyp? Dokumentieren Sie das Ergebnis dieser Fragen und die vorgenommene Maßnahme. So entsteht eine nachvollziehbare technische Erklärung statt eines nachträglich passend gemachten Durchschnitts.

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Für einen Werkstattkontakt können Sie Fotos der Kennung, das Messblatt und die verwendete Herstellertabelle zusammenstellen. Geben Sie den Unterschied zwischen Anzeige und Messung konkret an. Erfinden Sie keinen Druckwert für eine bereits abgeschlossene Arbeit, wenn er nicht aufgezeichnet wurde; beschreiben Sie die fehlende Ausgangsangabe als offene Werkstattfrage.

Die Anzeige mit einem unabhängigen Messwert abgleichen

Eine Anzeige und eine Auffangmessung sind getrennte Informationsquellen. Übernehmen Sie deshalb beide Werte in das Protokoll, bevor eine Kalibrierung verändert wird. Die Landwirtschaftskammer beschreibt die Kontrolle der elektronischen Geschwindigkeitsanzeige über die gemessene Strecke. Ihre Formelsammlung stellt außerdem den berechneten Flüssigkeitsaufwand und den dafür benötigten Einzeldüsenausstoß gegenüber.

Für die Diagnose kann ein Vergleichsblatt folgende Unterscheidungen enthalten: angezeigte Geschwindigkeit gegenüber gemessener Fahrzeit, Tabellenwert gegenüber aufgefangenem Durchfluss, eingestellte Arbeitsbreite gegenüber tatsächlich aktiven Teilbreiten. Setzen Sie die Tabellenüberschriften vor Beginn fest. Ein nachträglich eingefügter Sammelwert „Ist“ lässt offen, welche dieser Größen gemeint war.

Bei wiederholten Messungen verwenden Sie dieselbe Positionskennzeichnung. Lassen Sie Ablesewerte zunächst unverändert und halten Sie daraus abgeleitete Mittelwerte daneben. Eine auffällige Einzelposition verschwindet sonst im rechnerischen Durchschnitt. Notieren Sie bei einer Reparatur Bauteil, Anlass und Nachmessung, damit der Werkstattbericht mit dem technischen Zustand verbunden bleibt.

Das Protokoll für einen Gerätewechsel brauchbar machen

Archivieren Sie die Unterlagen nach Maschine und Düsensatz. Bei einer Umrüstung erhält der neue Aufbau einen erkennbaren Verweis auf den früheren Zustand. Eine alte Messreihe mit anderer Düsenbestückung darf beim Ausdruck nicht wie der aktuelle Einstellnachweis aussehen. Ergänzen Sie eine kurze Kopfzeile mit Gerätereferenz und Versuchsdatum.

Bewahren Sie die Herstellerbezeichnung einschließlich Größenkennung auf. Das IVV fordert den Vergleich mit der richtigen Düsentabelle und weist auf die empfohlenen Druckbereiche hin. Für die Rückfrage an einen Techniker gehören daher Messwerte und die tatsächlich verwendete Tabellenfassung zusammen.

Beim Übergeben an eine Vertretung lassen Sie Gerät, Prüfbericht und Messblatt anhand des Inhaltsverzeichnisses zuordnen. Sind nur Spitznamen verständlich, ergänzen Sie die eindeutige Bezeichnung. Halten Sie noch offene Werkstattfragen getrennt von abgeschlossenen Einstellungen fest. Diese vorgeschlagene Ablage verhindert, dass eine unvollständige Diagnose später als bestätigte Korrektur weitergegeben wird.

Besonderheiten von Weinbau und Raumkulturen

Das IVV behandelt neben Düsen und Fahrgeschwindigkeit die Luftführung von Sprühgeräten. Die Luftleitsysteme sollen so eingestellt werden, dass der Luftstrom nicht über die Laubwand hinausgeführt wird. Es beschreibt außerdem grundflächenbezogene und laubwandbezogene Dosiermodelle. Eine Formel für die Arbeitsbreite einer Feldspritze darf deshalb nicht unbesehen als vollständige Einstellung eines Weinbaugeräts übernommen werden.

Richten Sie die Düsen auf die aktuelle Laubwandhöhe aus, damit sich die Brühe möglichst gleichmäßig senkrecht über die ganze Laubwand verteilt. Verwenden Sie abdriftarme, grobtropfige Injektor- oder Antidriftdüsen und halten Sie den empfohlenen Druckbereich aus der Herstellertabelle ein. Die Einzelheiten stehen in der IVV-Anleitung zur Applikationstechnik.

Notieren Sie beim Weinbaugerät zusätzlich Reihenabstand, Laubwand und die gefahrenen Reihen. Halten Sie Luftführung und Flüssigkeitsmessung als getrennte Teile des technischen Blatts fest. Für die Planung der Rebschutzarbeiten verweist der Weinbau-Leitfaden auf die örtlichen Hinweise und Prognosen des IVV.

Gebläsebauart und Luftstrom beim Weinbaugerät

Wie Sie die Luftleitsysteme einstellen, hängt im Wesentlichen von der Gebläsebauart ab: axial, radial oder tangential. Axialgebläse saugen die Luft in Achsrichtung an, und die Drehrichtung des Rotors kann auf den beiden Geräteseiten unterschiedliche Strömungsverhältnisse erzeugen. Radialgebläse leiten die zentral erzeugte Luft über Rohre oder Schläuche zu den äußeren Teilbreiten. Tangentialgebläse arbeiten mit einem gleichmäßigen Luftstromprofil und fast waagerechter Strömungsrichtung. Wegen dieser Unterschiede prüfen Sie die Luftführung am konkreten Aufbau.

Ein passender Ausstoß der einzelnen Düse sagt noch nichts über ein gleichmäßiges senkrechtes Sprühbild. Achten Sie beim Einstellen der Luftführung deshalb auf die obere und die untere Zielzone der Laubwand. Seit der Saison 2018 prüft die ASTA bei der Gerätekontrolle die Einstellung der Luftleitsysteme zusätzlich mit einem digital erfassten Sprühbild und bietet den Winzern damit eine Hilfe zur Korrektur.

Zur ASTA-Prüfung gelangen

Öffnen Sie auf der offiziellen Anwendungsseite den Abschnitt zur Geräteprüfung. Dort stehen die Prüfstellen für Feldkulturen und die Kontaktperson für Terminanfragen beziehungsweise Änderungswünsche. Über die verlinkte Checklisten-Seite für Feldspritzen gelangen Sie zur amtlichen Vorbereitung. Die ASTA-Seite unterscheidet diesen Weg von den Informationen für Raumkulturen.

Für beruflich eingesetzte Geräte gilt grundsätzlich ein höchstens dreijähriger Prüfungsabstand. Die ASTA erläutert diesen Rhythmus auf ihrer aktuellen Anwendungsseite. Das Änderungsgesetz vom 22. Juli 2026 ersetzt bei der ersten Prüfung von Neugeräten die bisherige Fünfjahresfrist durch drei Jahre ab Kauf; die ASTA verlangt für neue Geräte eine beantragte Kontrollvignette sowie Rechnung oder Lieferschein und Meldebogen.

Auf der amtlichen Seite zur Vorbereitungscheckliste für Feldspritzen steht das PDF vom 6. Mai 2026 zum Herunterladen bereit. Arbeiten Sie die technischen Kontrollpunkte vor dem Termin durch.

Die 2026 veröffentlichten Termine der Feldkultur-Prüfstellen enden vor dem Prüfstand dieser Seite am 28. Oktober. Vereinbaren Sie einen weiteren Termin über den dort genannten Kontakt, statt eine vergangene Prüfperiode als aktuelle Buchungsmöglichkeit zu behandeln. Für die gesetzlichen Gerätebedingungen berücksichtigt das Portal die Änderung vom Juli 2026; deren Artikel 8 ändert ausdrücklich den bisherigen Artikel 8 des Pflanzenschutzmittelgesetzes.

Bewahren Sie nach dem Termin den erhaltenen Bericht bei den Geräteunterlagen auf. Verknüpfen Sie spätere technische Änderungen mit der Maschine und ihrem Messprotokoll. Die Anwendungseinträge bleiben im Parzellenpass; für eine übergreifende Behördenanfrage hilft der ASTA-Kontrollleitfaden.

Nach der Ausbringung den Regenverlauf einordnen

Zum weiteren Arbeitsablauf gehört bei einer entsprechenden Rückfrage die Zuordnung von Produktunterlage und Wetterbeobachtung. Dafür bietet der Leitfaden „Regen nach Pflanzenschutz“ eine gesonderte Arbeitshilfe.