Herbizidempfehlung für Mais: Herbizideinsatz und Herbizidbehandlung planen
Welches Maisherbizid Sie einsetzen, bestimmt der Unkrautbestand auf dem Schlag. Für den Herbizideinsatz kombinieren Sie boden- und blattaktive Mittel und ergänzen sie mechanisch. Zu den Maisherbiziden von Syngenta gibt es die Seiten Elumis und Calaris.
Am Feld beginnen: Welche Pflanzen müssen reguliert werden?
Mais reagiert während der Jugendentwicklung empfindlich auf Konkurrenz um Wasser, Nährstoffe und Licht. Unterscheiden Sie Ungräser, Wurzelunkräuter und später auflaufende Unkräuter.
Boden- und Blattwirkung auf den Unkrautbestand abstimmen
Bei verzögerter Maisentwicklung und später auflaufenden Unkräutern ergänzen Sie die Blattwirkung durch eine bodenwirksame Komponente. Sind alle Unkräuter bereits aufgelaufen, steht die Blattwirkung im Vordergrund.
Vorauflauf und Nachauflauf: Zulassung im Register ablesen
Die Indikation im Register legt Kultur, Schadorganismus und zulässige Verwendung fest. Für Vorauflauf und Nachauflauf gilt, was dort für Ihre Anwendung steht.
TBA-freie Maisherbizide und Wirkstofffolge prüfen
TBA-freie Maisherbizide enthalten kein Terbuthylazin. Bei Weißem Gänsefuß und Amaranth sind resistente Populationen gegenüber ALS-Hemmern bekannt. Berücksichtigen Sie den Einsatz dieser Wirkungsgruppe in der gesamten Fruchtfolge.
Sulfonylharnstoffe im Mais: Verträglichkeit beachten
Setzen Sie Sulfonylharnstoffe nur in einem vitalen, sattgrünen Bestand mit guter Wachsschicht ein. Nachttemperaturen unter 6–8 °C erhöhen das Risiko von Verträglichkeitsproblemen. Der optimale Termin liegt spätestens im Vierblattstadium des Maises.
Mechanische Maßnahmen gezielt ergänzen
Beim Striegeln werden Beikräuter mit Zinken verschüttet oder ausgerissen. Striegeln Sie auf schüttfähigem, ausreichend abgetrocknetem Boden. Beim Hacken bleiben Streifen innerhalb der Pflanzenreihe zunächst unbearbeitet; Zusatzwerkzeuge können dort eine weitere Regulierung ermöglichen.
Steigen Sie während des Einsatzes mehrmals ab und kontrollieren Sie die Wirkung am Feld. Höhere Geschwindigkeit und steilere Zinken verstärken den Eingriff. Passen Sie beim Hacken das Tempo an die Pflanzenhöhe und die Bodenverhältnisse an.
Arbeiten Sie mit dem Striegel möglichst mittags oder am frühen Nachmittag. Bei Wärme sind die Kulturpflanzen schlaffer und weniger verletzungsanfällig. Ausgerissene Unkräuter trocknen bei Hitze schneller ab. Leichtes Diagonal- oder Querstriegeln erfasst Beikräuter innerhalb der Reihe besser und gleicht Unebenheiten durch Fahrspuren teilweise aus.
Hacktechnik und Bodenverhältnisse gemeinsam auswählen
Zur Auswahl stehen Bürsten-, Roll- und Scharhacken. Im Mais kommen vor allem Scharhacken zum Einsatz; Finger- und Torsionshacken sowie Striegelfelder regulieren Unkräuter in der Pflanzenreihe. Fahren Sie erstmals durch, sobald die Reihen erkennbar sind, möglichst mit Schutzscheiben oder Schutzblechen. Zu hohe Geschwindigkeit kann Kulturpflanzen verschütten oder verletzen.
Beim Frontanbau haben Sie bessere Sicht und können schneller reagieren als beim Heckanbau. Ein Geräteträger mit Zwischenachsanbau erleichtert die Beobachtung der Arbeitsweise und ermöglicht genaues, spurtreues Arbeiten. Für die Reihenführung stehen auch kameragesteuerte oder GPS-basierte Verfahren zur Verfügung. Ein überbetrieblicher Einsatz ermöglicht auch kleineren Betrieben den Zugang zu solcher Technik.
Was ein österreichischer Praxisversuch zeigt
In Bad Wimsbach-Neydharting wurden 2025 mechanische und chemische Varianten in einem nicht wiederholten Streifenversuch verglichen. In der mechanischen Variante blieb der Zwischenraum weitgehend unkrautfrei. Innerhalb der Reihe blieben Unkräuter mit Samenpotenzial für die Folgekultur zurück.
Die Witterung erschwerte die mechanische Bearbeitung; das Striegeln dünnte den Bestand leicht aus.
Striegel- und Hackdurchgänge im Praxisversuch
Auf zwei Blindstriegelgänge folgten in Bad Wimsbach-Neydharting zwei Hackdurchgänge. Beim ersten Hacken im Dreiblattstadium kamen Schutzbleche zum Einsatz; beim zweiten im Fünfblattstadium wurde ohne Schutzbleche gearbeitet. Reste der Zwischenfrucht passierten den Striegel überwiegend problemlos. Beim Ausheben am Vorgewende bildeten sich jedoch kleinere Haufen.
BAES-Pflanzenschutzmittelregister: Maisherbizid richtig suchen
Im BAES-Pflanzenschutzmittelregister suchen Sie ein Maisherbizid mit Handelsbezeichnung oder Registernummer von der Packung. Das Register findet außerdem über Wirkstoff und Organismus. Wählen Sie als Verwendung „Profi“; die Auswahl bietet daneben „Haus- und Kleingarten“ und „Beides“.
Die Trefferliste zeigt Registernummer, Handelsbezeichnung, Wirkstoffe, Status sowie Abverkaufs- und Aufbrauchfristen. Ob das Herbizid in Ihrem Mais zugelassen ist, entscheidet erst die Detailansicht. Dort stehen die Indikationen mit Einsatzgebiet, Kultur/Objekt, Schadfaktor, Anwendungsbereich, Aufwandmengen und Befristung.
Lesen Sie die Zeile, in der Mais oder die passende Kulturgruppe steht, und prüfen Sie, ob der Schadfaktor Ihrem Unkraut oder Ungras entspricht. Das Feld „Kultur/Objekt Einschränkungen“ und der Eintrag „ausgenommen“ grenzen die Kulturgruppe weiter ein.
Herbizid im Mais-Stangenbohnen-Gemenge: Kulturumfang prüfen
Eine Herbizidzulassung nur für Mais deckt ein Mais-Stangenbohnen-Gemenge nicht automatisch ab. Im BAES-Register bestimmen Kulturgruppe, Präzisierungen und Ausschlüsse den zulässigen Kulturumfang.
BASF-Maisherbizide und Kulturumfang im Gemenge
Im Gemenge nutzen Stangenbohnen den Hybridmais als Rankhilfe. Prüfen Sie bei BASF-Maisherbiziden wie Spectrum, Spectrum Plus und Stomp Aqua den zugelassenen Kulturumfang. Öffnen Sie dafür die aktuelle Gebrauchsanleitung und die passende Registerindikation.
Stechapfel und Ambrosie vor der Ernte erkennen
Der Gemeine Stechapfel hat große dunkelgrüne, unregelmäßig gezähnte Blätter. Seine trompetenförmigen Blüten sind weiß bis leicht violett; die Kapselfrüchte sind dicht bestachelt. Alle Pflanzenteile enthalten giftige Tropanalkaloide.
Kontrollieren Sie den Bestand besonders vor der Ernte. Entfernen Sie einzelne Pflanzen mit der Wurzel und tragen Sie Schutzhandschuhe. Fruchtende Pflanzen sollen nicht am Feld liegen bleiben; Samen können an Maschinen mit Erde und Erntegut weitergetragen werden.
Ambrosie erkennen Sie am weich behaarten, rötlichen Stängel und an fiederteiligen Blättern. Der ähnliche Gemeine Beifuß hat dagegen unterseits weißfilzige Blätter. Die Pollen können Allergien auslösen. Bei Ambrosie auf landwirtschaftlichen Flächen in der Steiermark wenden Sie sich an die Pflanzenbauberatung Ihrer Bezirkskammer.
Produktbeispiele im österreichischen Maisbau
Adengo Herbizid im Mais: Aufwandmenge und Termin
Adengo ist ein terbuthylazinfreies Maisherbizid gegen einjährige ein- und zweikeimblättrige Unkräuter. Die Zulassung Anw.-Nr. 3063/1 erlaubt 0,44 l/ha in 200 bis 400 l Wasser/ha, vor dem Auflaufen der Kultur oder nach dem Auflaufen bis zum 3-Blatt-Stadium, mit einer Behandlung je Jahr. Für die Bodenwirkung reichen bei entsprechender Grundfeuchte im Boden 10–15 mm Niederschlag.
Peak Herbizid im Mais: Prosulfuron nach dem Auflaufen
Peak enthält 750 g/kg Prosulfuron und wirkt im Mais im Nachauflauf gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter. Die Aufwandmenge beträgt 20 g/ha in 200 bis 400 l Wasser/ha ab dem 2-Blattstadium (BBCH 12) bis zum 8-Blattstadium (BBCH 18) der Kultur, bei einer Anwendung und 60 Tagen Wartefrist. Im BAES-Register ist Peak unter der Registernummer 3200 geführt. Ungräser einschließlich Ausfallgetreide erfasst Peak nicht ausreichend; Peak gehört zu den sulfonylharnstoffhaltigen Präparaten (HRAC-Gruppe B); lässt die Wirkung nach, setzen Sie Präparate mit anderem Wirkmechanismus ein.
Arigo: historische Mischung und Zulassung unterscheiden
S-Metolachlor-Produkte wie Gardo Gold dürfen seit 2024 im Mais nicht mehr verwendet oder gelagert werden. Streichen Sie deshalb frühere Arigo-Mischungen mit Gardo Gold aus dem Spritzplan.
Blattaktive Wirkstoffe nach Unkrautart auswählen
Triketone wie Callisto oder Laudis wirken gegen Unkräuter und Hirsearten. Dicambahaltige Mittel erfassen Wurzelunkräuter wie Ackerdistel und Winde. Sulfonylharnstoffe wirken gegen Ungräser, etwa die Einjährige Rispe. Bei späterem Unkrautauflauf ergänzen bodenaktive Partner wie Spectrum, Stomp Aqua oder Successor 600 die Blattwirkung. Gegen Ehrenpreisarten aus Zwischenfruchtbeständen eignet sich Stomp Aqua mit Pendimethalin im Vorauflauf oder frühen Nachauflauf.
Bayer-Maisherbizide: MaisTer Power Plus mit zwei Komponenten
MaisTer Power Plus besteht aus MaisTer Power und Delion. Die beiden Einzelprodukte haben eigene Pflanzenschutzmittel-Registernummern. Die folgenden Produktdaten haben den Stand 01.07.2026.
- MaisTer Power trägt die Nummer 3271. Die Öldispersion enthält Foramsulfuron, Iodosulfuron und Thiencarbazon sowie den Safener Cyprosulfamide.
- Delion trägt die Nummer 4216-901. Es ist ein wasserlösliches Konzentrat mit Dicamba.
Die Kombination gehört zu den HRAC-Gruppen 2 und 4. Prüfen Sie Indikationen und Anwendungsbedingungen für beide Einzelprodukte.
