Das richtige Untersuchungsgebiet auswählen

Begleitscheine gibt es für Pilze (Mykologie), Bakterien (Bakteriologie), Viren und Phytoplasmen (Virologie) sowie für tierische Schaderreger (Zoologie, Nematologie); der Einsender füllt den Schein aus und schickt ihn zusammen mit der Probe ein; auf der Sendung steht das Diagnoselabor (Mykologie, Bakteriologie, Virologie, Zoologie). Die Arbeitsgruppe Mykologie der LfL in Freising ist unter 08161/8640-5680 oder -5706 und [email protected] erreichbar.

Die LfL ist primär für Auftraggeber in Bayern zuständig; wer nicht in Bayern wohnt, wendet sich an das Labor des Pflanzenschutzdienstes des eigenen Bundeslandes.

Anhand der Symptome allein lässt sich vielfach kein Schadorganismus bestimmen; eine genaue Laboruntersuchung ist erforderlich, für die meisten Untersuchungen mit klassischen Methoden. Der Nachweis eines Erregers bedeutet nicht in jedem Fall, dass er das Schadbild verursacht: Stress, Ernährungszustand der Pflanze und Umweltbedingungen spielen mit.

Begleitschein Mykologie 04/2026 ausfüllen

Der amtliche Probenbegleitschein zur Untersuchung auf Pilzbefall fragt Kultur und Sorte, Probenahmedatum und Probenehmer, Untersuchungsmaterial, Einsender, Herkunft der Probe, Symptome, Verdacht und Schadensausmaß, Pflanzenschutzmaßnahmen, Ergebnis- und Rechnungsempfänger sowie die Unterschrift ab.

Labor-Nr., Eingangsdatum und die Beurteilung „Untersuchungsmaterial geeignet“ trägt das Labor ein; lassen Sie diese Felder frei. Vergeben Sie in der eigenen Ablage eine betriebliche Probenkennung, damit sie nicht mit der später vergebenen Labornummer verwechselt wird.

So bereiten Sie die Felder vor:

Feld auf dem ScheinDas tragen Sie ein
Kultur; SorteKultur und Sortenbezeichnung aus den Betriebsunterlagen
Datum der Probenahme; Probenehmerder tatsächliche Entnahmetag und die Person, die entnommen hat
Untersuchungsmaterialnur die Materialart, die wirklich im Päckchen liegt, etwa Blätter, Stängel, Wurzel oder Knollen
Einsender, Telefon, E-MailAngaben, unter denen Sie das Labor bei Rückfragen erreicht
Herkunft der ProbeBetrieb oder Lieferant der Pflanzen, getrennt von der Einsenderanschrift
Symptomedie passende Auswahl wie Fäule oder Welke; erklärt sie Ihre Beobachtung nicht ganz, ergänzen Sie sie im Anmerkungsfeld
Verdacht; Schadensausmaßdie Frage ans Labor und den beobachteten Umfang, jeweils für sich
Pflanzenschutzmaßnahmen; Anmerkungenwas tatsächlich gespritzt oder sonst gemacht wurde, und was dem Labor noch helfen könnte
Ergebnis an; Rechnung anwer das Ergebnis bekommt und wohin die Rechnung geht
Unterschrift; Datumzuletzt den ganzen Schein noch einmal durchlesen, dann unterschreiben

Bei einer Beratungsorganisation können Einsender, Herkunft und Rechnungsempfänger verschiedene Beteiligte sein. Klären Sie vorab, wessen Material untersucht wird, wer den Auftrag erteilt und an welche Adresse die Rechnung gehen soll.

Probe beschriften und einsenden

Die Probe wird eindeutig mit wasserfestem Stift beschriftet und bis zum Versand kühl gelagert, nicht eingefroren. Die Probenahme liegt in der Verantwortung des Einsenders.

Ein Erreger ist meist nicht gleichmäßig in der Pflanze verteilt; Termin der Probenahme und beprobte Pflanzenteile entscheiden mit über das Ergebnis. Gesicherte Ergebnisse gibt es nur, wenn die Probe korrekt beschriftet, in einwandfreiem Zustand und mit Begleitschreiben im Labor ankommt. Gegen Verschleppung von Erregern hilft, Proben einzeln zu verpacken, die Hände nach jeder Probe zu reinigen und Werkzeuge zu wechseln. Proben gehen am Wochenanfang an das Labor, nicht am Wochenende; Feiertage sind zu beachten.

Das Labor bittet, die Probe einige Tage vorher anzukündigen, spätestens beim Absenden; bei einer größeren Probenzahl sind umfangreiche Vorbereitungen nötig, die die Untersuchung sonst verzögern.

Unter Material stehen Blätter, Stängel, Triebe, Blüten, Wurzel, Boden, Saatgut, Knollen oder Sonstiges zur Wahl, unter Symptomen Chlorosen, Nekrosen, Fäule, Wucherungen, Welke oder Sonstige.

Mykologische Untersuchung nach Material

Pflanzenorgane, Saatgut und Substrate erfordern unterschiedliche mykologische Untersuchungen. Bei Pflanzen werden erkrankte Gewebe auf speziellen Nährmedien kultiviert; anschließend können typische Strukturen mikroskopisch ausgewertet werden. Vorbereitende Schritte richten sich nach dem nachzuweisenden Organismus.

Bei Substraten lassen sich Oomyceten wie Phytophthora und Pythium unter anderem mit Köderverfahren nachweisen. Fragen Sie das Labor, welche Untersuchung zu Ihrem Schadbild und Ihrer Probe passt und welche Menge es dafür braucht.

Eine Probe, ein Begleitschein

Für jede Probe ist ein eigener Probenbegleitschein auszufüllen. Sind Gemüse und Obst gleichzeitig auffällig, vergeben Sie getrennte Kennungen. Fragen Sie beim Labor nach, ob Material von verschiedenen Standorten als Einzelproben untersucht werden sollte.

Kosten und Dauer der Untersuchung

Die Untersuchungen sind sehr aufwendig und erfordern zum Teil mehrstufige Analysen mit verschiedensten Methoden; das Labor bietet sie nicht kostenfrei an. Eine mykologische Untersuchung von Pflanzen, Saatgut oder Substrat kostet 49,50 Euro je Probe (Stand 29.10.2026). Für andere Untersuchungsarten gelten eigene Gebühren, die Höhe richtet sich nach dem Untersuchungsaufwand.

Die Bearbeitungsdauer richtet sich nach Untersuchungsaufwand, Methodik, Zahl der eingereichten Proben, allgemeinem Probenaufkommen und Personalkapazität. Proben aus dem Hoheitsvollzug, etwa Untersuchungen auf Quarantäneschadorganismen für Export und Import, haben Vorrang.

Bei Abdriftverdacht den ersten Befund festhalten

Abdrift ist die unbeabsichtigte Verfrachtung von Pflanzenschutzmitteln auf Nichtzielflächen wie Nachbarschläge, Wegränder, Gräben und Böschungen. Kulturen mit großer Oberfläche, etwa Erdbeeren, sind der Deposition besonders ausgesetzt. Wegen auffälliger Fälle primärer und sekundärer Abdrift wurden die Anwendungsbestimmungen für Clomazone, Pendimethalin und Prosulfocarb angepasst.

Verursacher und Geschädigter machen Bilder der betroffenen Fläche und dokumentieren Flächengröße, Kultur und Schadenshöhe; Berater des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen unterstützen dabei, erstellen aber keine Gutachten. Legen Sie deshalb sofort einen eigenen Vorgang an: Fotografieren Sie die betroffene Fläche, notieren Sie Kultur und Fundort und schreiben Sie auf, wann Ihnen die Auffälligkeit aufgefallen ist. Kennzeichnen Sie eine eigene erste Schadensschätzung ausdrücklich als Schätzung und halten Sie den sichtbar betroffenen Bereich getrennt von einer erst später fachlich bewerteten Ertragswirkung fest. Die Schritte stehen im Ablaufschema für Abdriftschäden.

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Pflanzenprobe und Gutachten: Beweisverfahren und Zeitdruck

Die Handlung muss nachweisbar sein; reine Vermutungen sind im Streitfall juristisch nicht akzeptabel, die Beweispflicht liegt beim Anspruchsteller. Ist der Verursacher bekannt, wird bei ihm Auskunft über das angewendete Pflanzenschutzmittel erbeten und eine gütliche Einigung angestrebt; die Schadenshöhe kann ein beauftragter Sachverständiger ermitteln.

Kooperiert der Verursacher nicht, kann mit einem Rechtsanwalt ein selbstständiges Beweisverfahren bei Gericht angestrebt werden; Schadensaufnahme und Probenahmen führt dann ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger durch. Dabei ist Eile geboten, da Pflanzen sich schnell verändern und Pflanzenschutzmittel sich rasch abbauen und unter Umständen nicht mehr durch eine Laboranalyse nachweisbar sind. Selbst entnommene Proben finden vor Gericht keine Anerkennung. Besprechen Sie die Beweissicherung deshalb früh mit einem Sachverständigen und klären Sie mit ihm die Probenahme, bevor etwas chemisch analysiert wird.

Behördenprüfung und Zivilrecht in Thüringen

In Thüringen prüft das TLLLR mögliche pflanzenschutzrechtliche Verstöße. Zivilrechtliche Auseinandersetzungen bearbeitet es nicht. Einen möglichen Rechtsverstoß melden Sie dem Pflanzenschutzdienst; Ersatzansprüche klären Sie gesondert.

Andere Ursachen für Vegetationsschäden

Vegetationsschäden können zahlreiche Ursachen haben. Meist sind anhaltende Trockenheit, Frost, Streusalzeinträge von Straßen, Nährstoffmangel, Hitze oder auch Pflanzenkrankheiten und Schädlinge für vergilbte Laubblätter oder das Absterben von Pflanzen oder Pflanzenteilen verantwortlich. Halten Sie deshalb auch diese möglichen Ursachen fest, wenn Sie den Schaden beschreiben oder begutachten lassen.

Meldefristen gegenüber dem Haftpflichtversicherer

Für den Haftpflichtversicherten, dessen Verantwortlichkeit gegenüber einem Dritten in Betracht kommt, gilt § 104 VVG. Nach Absatz 1 hat der Versicherungsnehmer dem Versicherer innerhalb einer Woche die Tatsachen anzuzeigen, die seine Verantwortlichkeit gegenüber einem Dritten zur Folge haben könnten. Macht der Dritte seinen Anspruch geltend, ist die Anzeige innerhalb einer Woche nach der Geltendmachung fällig. Gerichtliche Geltendmachung, Prozesskostenhilfe, Streitverkündung und ein Ermittlungsverfahren wegen des Schadensereignisses sind nach Absatz 2 unverzüglich anzuzeigen. Zur Fristwahrung genügt nach Absatz 3 die rechtzeitige Absendung der Anzeige.

Kosten der Beweissicherung

Die Beweissicherung durch einen Sachverständigen und die chemische Analyse der Proben verursachen Kosten und nehmen meist längere Zeit in Anspruch. Die Aufwendungen sind hoch, bis zu einer gerichtlichen Klärung selbst zu tragen und überschreiten oftmals den verursachten Schaden. Bei nachweislich entstandenen Fremdschäden im Haus- und Kleingarten empfiehlt das TLLLR eine einvernehmliche Schadensregulierung, zunächst mit einer gemeinsamen Besichtigung der Flächen. Fragen Sie vor einer Beauftragung, welche Untersuchung die offene Frage beantworten soll und was der Kostenvoranschlag enthält.

Beispiel Erdbeeren: Botrytis und andere Schadbilder unterscheiden

Botrytis an Erdbeeren zeigt sich typischerweise als Fruchtfäule mit grauem Pilzbelag. Je nach Niederschlag und Temperatur zur Zeit von Blüte und Ernte können hohe Ertragsverluste entstehen. Zunächst entstehen braune Stellen an unreifen Beeren. Die Frucht wird weich; später liegt ein mausgrauer Rasen auf dem Gewebe. Vergleichen Sie Ihre Beeren mit den Abbildungen der Erdbeerkrankheiten.

Grauschimmel in Erdbeeren vorbeugen

Regenwetter und dichte Bestände begünstigen Grauschimmel. Befallene Früchte müssen regelmäßig entfernt werden; Strohunterlagen oder Mulchfolie senken die Infektionsgefahr. Dichte Bestände sind zu vermeiden, damit die Pflanzen schnell abtrocknen; auf Erddämmen läuft Wasser besser ab und die Reihen werden besser durchlüftet. Befallene Pflanzenteile werden umgehend abgeschnitten und entsorgt. Stroh ist nach der Ernte zu entfernen, sonst legen Schnecken ihre Eier in das Strohbett.

Lederbeerenfäule und Rhizomfäule

Bei Lederbeerenfäule hängen die Fruchtsymptome vom Reifezustand bei der Infektion ab. Unreif infizierte Früchte werden braun und gummiartig bis ledrig, ohne zunächst zu erweichen. Kurz vor der Ernte infizierte Früchte können dagegen wässrig-weiche Stellen entwickeln und milchig-weiß, blassrosa, lila oder blauviolett erscheinen. Der Erreger ist Phytophthora cactorum.

Phytophthora cactorum verursacht auch Rhizomfäule. Dort beginnt die Welke häufig an den Herzblättern und greift auf ältere Blätter über; ganze Pflanzen können ausfallen. Beschreiben Sie deshalb neben der Frucht, ob auch Blätter und Pflanzenherz auffallen, und fragen Sie die Diagnosestelle, ob das Rhizom untersucht werden sollte.

Infektionswege und Vorbeugung bei Lederbeerenfäule und Botrytis

Verdichtete Böden und regnerische Witterung während der Fruchtentwicklung begünstigen Lederbeerenfäule. Bodenbürtiges Material kann durch heftige Niederschläge an Früchte gelangen. Bei Botrytis erfolgt die Hauptinfektion vor allem während der Blüte über alternde Blütenorgane; Spätinfektionen über die Kelchblätter nach der Blüte sind bei feuchter Witterung ebenfalls möglich, aber weniger bedeutsam. Der Pilz überwintert an Blattstielen beziehungsweise Fruchtmumien.

Den Grauschimmelbefall schränken mäßige N-Düngung im Frühjahr, Stroheinlage kurz vor Blühbeginn, Entfernen des alten Laubes, Verzicht auf mehrjährige Anlagen sowie Sortenwahl ein. Die gezielte Bekämpfung beginnt ab Blühbeginn mit Fungiziden, die gegen Botrytis zugelassen sind. Stellen Sie für das Gespräch mit der Beratung zusammen, wie Sie im Frühjahr gedüngt haben, ob altes Laub entfernt wurde und wie lange die Anlage schon steht.

Erdbeermehltau

Erdbeermehltau bildet einen zartweißen Belag überwiegend auf den Blattunterseiten. Die Blätter verfärben sich rötlich-violett und rollen sich aufwärts ein. Der Pilz kann zunächst die Samenkörner der Frucht und danach die Oberfläche überziehen. Fotografieren Sie bei Mehltauverdacht Blattunterseiten und befallene Früchte.

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