Die richtige ASTA-Checkliste verwenden
Prüfen Sie Ihre Bestandsführung mit der ASTA-Checkliste V1-IPM-0723. Die Rechtsgrundlagen bilden das Luxemburger Pflanzenschutzmittelgesetz sowie die Verordnungen 2017/625 und 1107/2009. Das nationale Gesetz ist das Gesetz vom 19. Dezember 2014 über Pflanzenschutzmittel.
Vorbeugung als Teil der Bestandsführung zeigen
Beugen Sie Schadorganismen durch Fruchtfolge, geeignete Kultivierungsverfahren und resistente oder tolerante Sorten vor. Verwenden Sie Standardsaat- und -pflanzgut oder zertifiziertes Saat- und Pflanzgut. Setzen Sie ausgewogene Dünge-, Kalkungs- und Bewässerungs- beziehungsweise Drainageverfahren ein. Verhindern Sie die Verschleppung durch Hygienemaßnahmen und fördern Sie wichtige Nutzorganismen.
Beobachtung auf den eigenen Bestand beziehen
Überwachen Sie Schadorganismen durch Feldbeobachtungen. Beziehen Sie verfügbare wissenschaftlich fundierte Warn- und Prognosesysteme sowie fachlich qualifizierte Beratung ein.
Sentinelle für Getreide und Raps finden
Die aktuellen Sentinelle-Bulletins erreichen Sie über Prognosen und Warndienste. Der Warn- und Beratungsdienst behandelt wichtige Pilz-Blattkrankheiten bei Getreide sowie Krankheiten und Schädlinge im Raps. LIST betreut den Dienst im Auftrag der ASTA. Er verbindet Wetterdaten mit Beobachtungen und Zählungen auf landwirtschaftlichen Parzellen in verschiedenen Regionen des Landes.
Auf Agrimeteo finden Sie aktuelle und vergangene Warnbulletins. Den Newsletter abonnieren Sie mit einer E-Mail an [email protected]. Vergleichen Sie das Bulletin für Ihre Region mit den eigenen Rapszählungen oder dem Blattbefall im Getreide.
Prognosemodelle für Winterweizen und Winterraps öffnen
Auf pflanzenschutz.list.lu stehen Prognosemodelle für Septoria-Blattdürre in Winterweizen und Stängelrüssler in Winterraps bereit. Fordern Sie die Zugangsdaten unter [email protected] an.
Schadschwellen mit Methode und Situation lesen
Entscheiden Sie anhand der Überwachungsergebnisse, ob und wann eine Maßnahme nötig ist. Berücksichtigen Sie vor der Behandlung verfügbare wissenschaftlich fundierte Schwellenwerte für Region, Kultur und klimatische Bedingungen.
Nichtchemische Verfahren bei ausreichender Wirkung bevorzugen
Bevorzugen Sie nachhaltige biologische, physikalische und andere nichtchemische Verfahren, wenn sie ein zufriedenstellendes Bekämpfungsergebnis erzielen.
Mittelwahl und notwendigen Umfang begründen
Wählen Sie möglichst zielartenspezifische Mittel mit den geringsten Nebenwirkungen auf Menschen, Nichtzielorganismen und Umwelt. Begrenzen Sie Pflanzenschutzmittel und andere Bekämpfungsmethoden auf das notwendige Maß.
Resistenzvermeidung in der Abfolge betrachten
Nutzen Sie bei bekanntem Resistenzrisiko und notwendiger Wiederholungsbehandlung verfügbare Strategien zur Resistenzvermeidung. Dazu gehört gegebenenfalls der Wechsel zwischen Mitteln mit unterschiedlichen Wirkungsweisen.
Den Erfolg der Maßnahme prüfen
Bewerten Sie den Behandlungserfolg anhand Ihrer Anwendungseinträge und der weiteren Überwachung der Schadorganismen. Vergleichen Sie dazu den ursprünglichen Befund mit der späteren Beobachtung.
Erdfloh im Raps: Rapserdfloh erkennen und den Befall beurteilen
Beim Rapserdfloh unterscheiden Sie Käferfraß am jungen Blatt und Larvenschäden im Blattstiel. Die Käfer bewegen sich springend fort und verursachen Lochfraß; die Larven minieren im Inneren der Blattstiele. Für die aktuelle Lage im Raps beginnen Sie bei ASTA: Prognosen und Warndienste und dem dort verlinkten Sentinelle-Bulletin. Stand: 10.2026.
Entwicklung des Rapserdflohs: Käfer, Eiablage und Larven
Nach der Sommerruhe am Feldrand wandern die Käfer in auflaufende Rapsbestände ein. Die Eiablage erfolgt im Boden nahe der Pflanze. In milden Wintern können sich die Larven von den Blattstielen bis zum Vegetationskegel fressen. Bei kürzeren und kühleren Tagen nimmt die Käferaktivität ab. In einem warmen Herbst ist die Eiablage bis in den November möglich. Die Larven verlassen die Pflanze im Winter oder Frühjahr zur Verpuppung im Boden. Ab Ende April beziehungsweise Anfang Mai schlüpfen die jungen Käfer.
Pflanzenschutz-Aufzeichnungen an einem Ort führen. Kostenlos starten.
Käferaktivität und Fraßschaden getrennt beurteilen
Erfassen Sie die Käferaktivität mit Gelbschalen und beurteilen Sie zusätzlich den Fraßschaden an den Rapsblättern. Für beide Methoden gelten eigene Bekämpfungsrichtwerte. Kontrollieren Sie die Gelbschalen mindestens zweimal pro Woche. Graben Sie die Schale bis zum Rand ein, um die Aktivität des Rapserdflohs zu erfassen.
Die Luxemburger Bekämpfungsrichtwerte von 2025 betragen im Mittel 50 Rapserdflöhe je Gelbschale innerhalb von zehn Tagen. Für Fraßschäden gilt mehr als zehn Prozent zerstörte Blattfläche bis zum Dreiblattstadium (BBCH 13). Notieren Sie bei der Gelbschale den Fangzeitraum und bei der Blattkontrolle das Entwicklungsstadium des Rapses.
Raps ist etwa bis zum Sechsblattstadium (BBCH 16) gefährdet. Danach kompensiert die Pflanzenmasse kleineren Lochfraß. Die Larven lassen sich nicht bekämpfen, weil die Zulassung (Stand 2025) nur bis einschließlich BBCH 13 gilt.
Zulassung des Insektizids gegen Rapserdfloh prüfen
Die aktuelle Zulassungssituation der Insektizide gegen den Rapserdfloh steht im ASTA-Verzeichnis TAPES. Suchen Sie das vorgesehene Insektizid in TAPES und öffnen Sie die Verwendung für Raps und Rapserdfloh. Gleichen Sie Entwicklungsstadium und Auflagen mit Ihrem Bestand ab.
Vorbeugung für die nächste Aussaat festhalten
Vorbeugend gegen den Rapserdfloh wirken eine weite Fruchtfolge, geringe regionale Anbaudichten und eine rasche Pflanzenentwicklung. Verzichten Sie auf Ölrettich oder Ölsenf als Gründüngung neben jungen Rapssaaten. Die Saatstärke darf nicht zu dicht sein, damit sich stärkere Pflanzen entwickeln. In Mulchsaaten ist der Larvenbefall reduziert.
Resistenzmanagement: Wirkstoffgruppen im Saisonplan prüfen
Wirkstoffgruppen für Fungizide ordnet die FRAC Code List 2026 nach Wirkungsweise, die IRAC Mode of Action Classification tut das für Insektizide. Beide Listen sind keine Zulassung: Ob ein Mittel in Luxemburg zugelassen ist, entscheidet das ASTA-Verzeichnis. Vergleichen Sie Wirkstoffe und ihre Wirkungsgruppen über die Saison und prüfen Sie die konkrete Luxemburger Verwendung zusätzlich über ASTA. Stand: 10.2026.
Die FRAC-Ausgabe 2026 hat den Aktualisierungsstand Mai 2026. Vergleichen Sie die Fungizidgruppen durchgehend mit dieser Ausgabe.
Die Spalten der FRAC-Liste gezielt auseinanderhalten
Die Liste führt je Wirkstoff biochemische Wirkungsweise, Angriffsort, Gruppenname, chemische beziehungsweise biologische Gruppe, Wirkstoffname (Common name), Resistenzkommentar und Gruppencode. Der Wirkstoffname ist der Name, der auf dem Produktetikett als Definition des Produkts erscheint. Der Gruppencode soll auf Produktetiketten als „FUNGICIDE GROUP“ stehen. Die Codes unterscheiden die Gruppen nach ihrem Kreuzresistenzverhalten. Suchen Sie über den Wirkstoffnamen und lesen Sie danach die zugehörige Klassifikation samt Anmerkung. Ordnen Sie jeden Handelsnamen seinem Wirkstoff und dem entsprechenden Gruppencode zu.
Umklassifizierungen mit der verwendeten Ausgabe vergleichen
Neue Forschung kann zur Umklassifizierung eines Wirkstoffs führen. M steht etwa für chemische Wirkstoffe mit mehreren Angriffspunkten. U bezeichnet eine unbekannte Wirkungsweise und ein unbekanntes Resistenzrisiko. BM kennzeichnet biologische Mittel mit mehreren Wirkmechanismen. Durch Umklassifizierung können Codes verfallen, am ehesten in der U-Gruppe, wenn die Wirkungsweise geklärt wird. Verfallene Codes werden nicht für neue Gruppen wiederverwendet; ein Hinweis nennt den neuen Code. Prüfen Sie bei einem abweichenden FRAC-Code, ob der Wirkstoff in eine neue Gruppe umklassifiziert wurde.
IRAC für Insektizide mit dem passenden Suchbegriff aufrufen
Die IRAC-Seite bietet eine Suche nach Wirkungsweise, chemischer Klasse, Nummer, Name oder Wirkstoff. Ihr Erläuterungsschlüssel unterscheidet unter anderem Nerven- und Muskelziele, Entwicklung, Atmung und Mitteldarm. Verwenden Sie die Insektizidklassifikation für den tatsächlich betrachteten Wirkstoff. Ein FRAC-Fungizidcode lässt sich nicht als IRAC-Zuordnung übernehmen.
IRAC: Hauptgruppen und Untergruppen
Die IRAC-Ansicht gliedert beispielsweise Hauptgruppe 1 in die Untergruppen A für Carbamate und B für Organophosphate. Notieren Sie Hauptgruppe und Untergruppe gemeinsam.
Nächster Schritt
Das aktuelle Sentinelle-Bulletin steht auf ASTA: Prognosen und Warndienste. Das Verzeichnis aller in Luxemburg zugelassenen Pflanzenschutzmittel ist online einsehbar. Beziehen Sie das Bulletin auf Ihre Bestandsbeobachtung und prüfen Sie die Luxemburger Zulassung, bevor Sie eine Behandlung planen.